Reto’s iPad Impressionen (03)

Por_PfisterDer Oltner Grafiker und Künstler Reto Pfister arbeitet gerne schnell und intuitiv mit seinem iPad, zeichnet Momente auf, sammelt Eindrücke. Für uns macht er das auch ab und zu in der Galicia Bar.

„Vinci“

Vinci„Wahrscheinlich sind es Vincenzos Energie und sein Scharfsinn, welche mich zu dieser Umsetzung animiert haben.“
Vincenzo ist Stammgast und ein lieber Freund der Galicia Bar

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Alex Capus’ Notizen

Neunmalkluge, Rechthaber und Alleswisser

Wochenlang zerbrachen sich die Gäste der Galicia Bar die Köpfe über die rätselhafte Reklameschrift, die beim Abbruch des sechsstöckigen Wohnblocks gegenüber nach vielleicht sechs Jahrzehnten wieder ans Tageslicht getreten war.

„KA- – – – DM – -, VORHÄNGE, TEPPICHE, MÖBEL“

WandSechs Buchstaben fehlten. Wie mochte der Inhaber des Möbelgeschäfts geheissen haben? Wild schossen die Spekulationen der Neunmalklugen, Rechthaber und Alleswisser ins Kraut, die in der Galicia Bar erfreulicherweise überproportional stark vertreten sind.
Ein lokaler Schriftsteller mit Hang zu historisch vergangenen Geschichten, seinerseits selber ein grosser Schwadroneur vor dem Herrn, hatte die Lösung zwar mit grosser Sicherheit schon am ersten Tag gefunden („Karl Widmer hiess der Mann, Ihr Deppen! Ist doch klar!“).
Aber da ihm die anderen nicht glauben wollten, fragte er im Oltner Stadtarchiv nach. Hier die wissenschaftlich verbürgte und deshalb doch wohl unanfechtbare Auskunft des Stadtarchivars Marc Hofer: „An der Unterführungsstrasse 29 war tatsächlich eine Möbelhandlung Karl Widmer domiziliert und zwar mindestens von 1929 bis 1958/59. Dieselbe Möbelhandlung hatte auch von 1916 bis 1958/59 einen Standort an der Liegenschaft Aarauerstrasse 31, die unmittelbar südlich an die Unterführungsstrasse 29 angrenzt.“
Da habt Ihr’s, Ihr Deppen!

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Reto’s iPad-Impressionen (02)

Por_PfisterDer Oltner Grafiker und Künstler Reto Pfister arbeitet gerne schnell und intuitiv mit seinem iPad, zeichnet Momente auf, sammelt Eindrücke. Für uns macht er das auch ab und zu in der Galicia Bar.

„David“

David

„Fast schon eine Original: das Gesicht von David Raich kenn ich schon sehr lange!“ (David Raich ist Stammgast im Galicia)

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Alex Capus‘ Notizen

WM ade!

WM_Bild_03

Die brasilianischen Fans hatten nicht viel zu lachen.

Nun ist die WM gottseidank vorüber, wir haben getreulich fast alle Spiele im Saal gezeigt. Jetzt ist die Leinwand wieder eingerollt und die Verdunkelung aufgehoben. Aber eine Weile kann man nun noch darüber reden, wie schön doch alles war.
Marco zum Beispiel erzählt: “Meine Frau ist Brasilianerin, zum WM-Halbfinal gegen Deutschland wollte sie unbedingt zum Public Viewing in die Galicia Bar. Eine Stunde vor Anpfiff waren wir da. Zwei Freundinnen waren mitgekommen, festlich gelb-grün gekleidet und mit kleinen aufgemalten Brasil-Fahnen auf den Wangen. Wir haben eine Runde Bier geholt und dann noch eine, und dann haben wir uns gewundert, wie leise der Fernseher eingestellt ist. In Brasilien dröhnt er immer und überall auf voller Lautstärke, das gibt Stimmung. Aber die Svizzerotti mögen halt keine Stimmung. Die sind immer leise und höflich. Immer ein bisschen lasch.
Das Spiel war anfangs nicht so toll. Ich habe noch eine Runde Bier geholt, dann musste ich kurz hinunter zur Toilette. Kaum stehe ich vor dem Pissoir, höre ich oben: Tor! Ich drehe also ab und gehe zum Waschbecken, um mir die Hände zu waschen. Da brüllt’s schon wieder: Tor! Und kaum habe ich mir die Hände getrocknet und kontrolliert, ob der Hosenstall wirklich zu ist, brüllt’s schon wieder: „Tor!“
Ich also wieder die Treppe hoch und rein in den Saal, um meine Frau zu trösten. Die zwei Freundinnen waren in Tränen aufgelöst, und meine Frau fand das Leben auch nicht mehr schön. Bei Halbzeit sind wir nach Hause gefahren. An jenem Abend sind wir früh schlafen gegangen. Nachdem ich das Licht gelöscht hatte, sagte ich zu meiner Frau: „Sei froh, dass ich nur pinkeln musste. Sonst hätte Brasilien zehn zu eins verloren.“

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Alex Capus‘ Notizen

Vier Wochen Ferien sind zu viel

Alex_Ferien

Alex Capus bringt das Ferienplakat an

Ungewohnt dicke Luft herrschte in der Galicia Bar, nachdem ich das Plakat mit der Sommerferien-Ankündigung ins Fenster gehängt hatte. Scheele Blicke, unverständliches Gemurmel, unlustiges Gekicher. Als ich nachfragte, was los sei, ging’s los.
„Kannst Du nicht machen!“ sagte Urs. „Frage des Respekts!“
„Auf und zu, auf und zu“, sagte Philipp. Wie’s euch grad passt.“.
„Habt schon genug Kohle verdient, wie?“ sagte Jürg.
„Dann suche ich mir eben eine andere Stammbeiz“, sagte David.
„Ich verstehe“, sagte ich. „Wir müssen reden. Bitte hört zu.“ Dann hielt ich eine Ansprache.
„Es freut und rührt mich sehr“, sagte ich, „dass Ihr Euch in der Galicia Bar wohl fühlt. Und bitte glaubt mir, dass wir nicht zum Spass zusperren. Keiner vom Team fliegt auf die Malediven, um das Geld zu verprassen, das wir euch aus der Tasche gezogen haben. Wir bleiben alle zu Hause, soviel ich weiss. Nur André fährt mit der Eisenbahn für ein paar Tage nach Wien.“
„Wieso sperrt Ihr dann zu?“ sagte Philipp.
„Weil in den Sommerferien alle ans Meer fahren“, sagte ich. „Juli und August sind sehr stille Monate in den Binnenländern. Ganz besonders in Olten. Und erst recht an der Unterführungsstrasse.“
„Also ich fahre nicht ans Meer“, sagte David.
„Ich auch nicht“, sagte Philipp. „Ich bin doch nicht blöd.“
„Das ist schön“, sagte ich. „Mir gefallen die stillen Abende auch, an denen man nur zu viert oder fünft in der Bar sitzt. Aber wir würden jeden Abend Defizit machen.“
„Wäre das schlimm?“ sagte David.
„Eigentlich nicht“, sagte ich. „Aber die Kasse ist jetzt schon leer. Wir haben viel Geld ausgegeben seit der Eröffnung vor ein paar Monaten. Der Umbau, die Technik und die Kunst und alles. Wir können uns den Sommerbetrieb nicht leisten.“
„Vier Wochen sind zu viel“, sagte Urs. „Zwei würden reichen.“
„Vier Wochen sind ok“, sagte ich.
Urs schüttelte den Kopf. „Vier Wochen könnt Ihr nicht machen. Frage des Respekts.“
„Vier Wochen sind ok“, sagte ich.
„Eine ordentliche Bar macht keine Betriebsferien“, sagte Urs. „Ihr habt einen Auftrag. Den habt Ihr zu erfüllen.“
„Verstanden“, sagte ich. „Nächstes Jahr wird’s besser.“
„Sicher?“
„Hoffentlich. Die grossen Investitionen sind erledigt.“
„Keine Ferien mehr. Ihr habt einen Auftrag.“
„OK. Wei luege.“

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